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DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR HAUSWIRTSCHAFT e.V.

 
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Junges Forum - Beirat für Nachwuchsarbeit in der dgh

Kolloquium 2006

14. Kolloquium des Jungen Forums

Junge Haushaltswissenschaft präsentiert Arbeiten aus dem »3. Call for Paper«: Aspekte der Alltags- und Lebensökonomie

Am 27. und 28. Oktober 2006 trafen sich 25 junge Haushaltswissenschaftler in Bonn um neben Präsentationen aus dem 3. »Call for Paper« zur Alltags- und Lebensökonomie die Thematik Bildung und Haushaltswissenschaft aufzugreifen. Weiterhin wurde in verschiedenen Workshops die Aspekte Internationales, Familie und Karriere, Schule sowie Bewerbung und Berufseinstieg aus der Perspektive des Nachwuchses in Forschung und Praxis diskutiert. Auf der Mitgliederversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt.

Das 14. Kolloquium des Jungen Forums fand wieder einmal an der Universität Bonn im Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik statt. Die rege Beteiligung bestätigte das große Interesse des Nachwuchses im Bereich der Haushaltswissenschaften. Deutschlandweit sind die Gäste angereist um sich den Ergebnissen des »Call for Paper« zu widmen sowie dem Schwerpunktthema Bildung. Ebenfalls die Workshops erfreuten sich größter Beliebtheit.

Präsentation der Arbeiten aus dem »3. Call for Paper«: Alltags- und Lebensökonomie

Nun schon zum dritten Male führte das Junge Forum ein »Call for Paper« durch. Dieses Mal mit dem Themenschwerpunkt der Alltags- und Lebensökonomie. Das Reviewverfahren wurde von promovierten Mitgliedern des Jungen Forums durchgeführt.

Warum verrichten Frauen heute weniger Haushaltsarbeit?
Wenke Gwozdz von der Universität Stuttgart-Hohenheim referierte über Veränderungen im Aufwand für Haushaltsarbeit in deutschen Haushalten. Mit Hilfe von Daten der Zeitbudgeterhebungen 1991/92 und 2001/02 des statistischen Bundesamtes sollen Erklärungen hierfür gefunden werden. Determinanten des Zeitaufwandes für Haushaltsarbeit und deren Wirkungsrichtung und Stärke werden ermittelt. Auf Grundlage eines Modells des Arbeitsangebotes und als Argumente einer Stone-Geary-Nutzenfunktion wird die Nachfrage nach Haushaltsarbeitszeit abgeleitet. Zur empirischen Umsetzung des Ansatzes werden Pfadmodelle herangezogen. Auf Basis des theoretischen Erklärungsansatzes wird damit überprüft inwiefern sich das Modell in den Daten wiederspiegelt. Im Vortrag wurde das gefundene Pfadmodell für Frauen in Paarhaushalten 2001/2002 vorgestellt. Dies ermöglicht anschließend die Darstellung der Determinanten der Haushaltsarbeit von Frauen in Paarhaushalten im Modellzusammenhang.

Die Geburt des ersten Kindes als kritisches Lebensereignis'
Eine weitere Arbeit aus dem »Call for paper« wurde von Stefan Wahlen, Universität Bonn, präsentiert, welche im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes an der Universität von Helsinki/ Finnland entstanden ist. Auf der Basis von Lebenszyklusmodellen, welche gewissen Lebensereignissen eine Veränderung der sie konstituierenden Variablen unterstellt so dass eine neue Lebensphase eingeführt wird, wurde die Entscheidungsfindung im Haushalt vor und nach der Geburt des ersten Kindes betrachtet. Zeitverwendungsmuster, Allokation der Finanzen sowie Aufteilung der Hausarbeit ändern sich signifikant während dem Übergang zur Elternschaft. Die Ressourcen des Haushaltes werden realloziiert. Der Einsatz von Ressourcen gründet auf Entscheidungsfindung, so dass Ressourcen durch Entscheidungen aktiviert werden und Wohlfahrt produziert werden kann. Die Geburt des ersten Kindes beeinflusst die Entscheidungsfindung durch Änderungen basaler Variablen, so dass Veränderungen im Ressourcenmanagemant impliziert werden. Der Übergangsprozess wurde dargestellt es konnte bestätigt werden, dass die Geburt als kritisches Lebensereignis auch als Anstoßungs- und Verstärkungsereignis von Destabilisierung interpretiert werden kann.

Strategieentwicklung geschlechtssensibler Gewaltprävention in Kindertagesstätten
Sandra Ohrem von der Universität Gießen präsentierte die letzte Arbeit aus dem dritten »Call for Paper«. Ohrem beschäftigte sich mit Gewalt und deren Prävention in Kindertagesstätten. Neben Beobachtungen und einer Bilderanalyse berichtete sie von Ergebnissen einer Erzieherinnenfortbildung. Die aus der Schulforschung entstammende Idee der Gewaltprävention sieht aktuellen Handlungsbedarf in Form eines Präventionsnetzwerkes der Sozialisationsinstitutionen Familie, Schule, Peers und Medien. Es ging bei der vorgestellten Arbeit um die Frage einer Auflösung tradierter Geschlechtsrollenzuweisungen als Strategie der Gewaltprävention, da Gewalt als Produkt der Geschlechterverhältnisse gesehen werden kann.

Schwerpunktthema Bildung

Die Thematik »Taschengeld und Sparverhalten bei Grundschulkinder« wurde von Nicole Dubbert von der Universität Münster aufgegriffen. Vor dem Hintergrund einer pluralisierten Welt und damit verbundenen Risiken wird bei Kindern Taschengeld als pädagogisches Element eingesetzt um sie schon früh mit Geld vertraut zu machen. In einer Befragung wurde herausgefunden, dass Kinder im Schnitt weniger Taschengeld erhalten als in der Taschengeldpädagogik empfohlen; dass es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt; dass es regionale Unterschiede gibt und dass Kinder mit zunehmendem Alter vermehrt sparen.

Dr. Stefanie Pesch referierte über den Handy-Taschengeldplaner des »Deutschen Sparkassen und Giroverbandes (DSGV)« an wessen Entwicklung sie maßgeblich beteiligt war. Das Angebot zur Budgetplanung für Jugendliche wird vom DSGV kostenfrei zur Verfügung gestellt und kann von jedermann auf sein Mobiltelefon geladen werden. Somit wird das Mobiltelefon vom oft kritisierten »Kostentreiber« zu einem Instrument zeitgemäßer Budgetkontrolle. So kann das eigene Konsumverhalten und die Ausgaben zu jeder Zeit und an jedem Ort festgehalten werden. Wesentliche Budgetplanungsfunktionen und -kontrollfunktionen, wie das Erfassen und Gegenüberstellen von Einnahmen und Ausgaben sowie von Sparzielen und Sollwerten werden von dem Programm angeboten.

MSc Stéphanie Grossmann von der Universität Münster berichtete über die »Empirische Ermittlung von Haushaltsführungsstilen«. Mittels Clusteranalyse von Daten der Zeitbudgeterhebung 2001/2002 wurden die befragten Personen klassifiziert. Dabei sollen sich Personen, die in dieselben Cluster eingeordnet werden, bezüglich einer gegebenen Menge von Merkmalen ähnlich sein, diejenigen, die in verschiedenen Gruppen eingeordnet werden, sollen sich bezüglich der gegebenen Merkmalsmenge wesentlich unterscheiden.

Es berichteten weiterhin Angela Schulze-Horsel und Dr. Stefanie Pesch über Erfahrungen im Rahmen des Referendariates für Lehramt nach dem ersten Jahr. Zum Abschluss des Themenschwerpunktes Bildung referierte Dr. Jutta Kolloch in einem Erfahrungsbericht über ihren Werdegang vom Diplom in Oecotrophologie zur Fachseminarleitung am Berufskolleg und Studienseminar für Lehrämter an Schulen Köln II, Seminar für das Lehramt am Berufskolleg.

Workshops »Nachwuchs in Forschung und Praxis«

Alltägliche Abläufe werden immer komplexer, Entscheidungsprozesse immer notwendiger. Die Verwendung vorhandener Ressourcen muss immer präziser überlegt werden. Die Workshops zeigen, wie Oecotrophologen ihren Weg gehen und welchen Beitrag haushaltswissenschaftliche und hauswirtschaftliche Kompetenzen für Berufseinstieg und Karriere leisten.
Im ersten Workshop zum Themenfeld »Internationales« wurden auf den Internationalen Verband für Hauswirtschaft und Möglichkeiten des Austausches auf europäischer und weltweiter Ebene eingegangen. Weiterhin wurde der Ablauf einer Kongress-Tour im Rahmen des Welthauswirtschaftskongresses 2008 in Luzern/ Schweiz diskutiert. In einem zweiten Workshop ging es um die Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Der dritte Workshop behandelte das Thema »Schule«. In einem vierten Workshop wurde die Möglichkeiten bezüglich Bewerbung und Berufseinstieg diskutiert.

Mitgliederversammlung Beirat Junges Forum: neuer Vorstand gewählt

In der Mitgliederversammlung des Jungen Forums wurde ein neuer Vorstand gewählt. Christine Volk-Uhlmann von der Universität Stuttgart-Hohenheim und Markus Draaken sowie Stefan Wahlen, beide Universität Bonn, wurden einstimmig gewählt. Die Herausgeberschaft der jährlichen wissenschaftlichen Reihe »Junge Haushaltswissenschaft« in welcher die Ergebnisse des »Call for Papers« präsentiert werden sollen, übernehmen Dr. Konstantin von Normann
und Dr. Stefanie Pesch.
Weiterhin wird sich das Junge Forum in Form einer Pre-Kongress-Tour in den Welthauswirtschaftskongress 2008 des Internationalen Verbandes für Hauswirtschaft (IVHW) in Luzern/ Schweiz mit einbringen. Auf einem Workshop im Vorfeld des IVHW-Jubiläum-Kongresses soll jungen Haushaltswissenschaftlern aus aller Welt die Möglichkeit gegeben werden über die Zukunft der Haushaltswissenschaft zu diskutieren.

Vorstand Junges Forum
Markus Draaken
Christine Volk-Uhlmann
Stefan Wahlen

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