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DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR HAUSWIRTSCHAFT e.V.

 
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Junges Forum - Beirat für Nachwuchsarbeit in der dgh

Kolloquium 2003

11. Kolloquium mit Workshop

"Organisationen im Spannungsfeld zwischen Wohlfahrtsstiftung und Wirtschaftlichkeit"
Das theoretische Eingangsreferat ist von Konstantin von
Normann, Abteilung Wirtschaftssoziologie der Universität Bonn, gehalten worden. Er hat in seinem Referat "Organisationen im Wandel: Was zeichnet moderne Forprofit- und Nonprofit-Organisationen aus" ausgewählte im Wesentlichen betriebswirtschaftlich begründete Entwicklungen in den beiden Organisationsformen vorgestellt. Da Unternehmen der freien Wirtschaft mit der üblichen und notwendigen Produktwerbung vielfach an Grenzen stoßen, engagieren sie sich stattdessen heute vielfach im Sinne eines "Corporate Citizenship" und stellen damit neben die Wirtschaftlichkeit ihrer Arbeit die Wohlfahrtstiftung. Sie betreten insbesondere mit dem Sponsoring und mit Stiftungen erfolgreich Neuland. Auf der anderen Seite erkennen Nonprofit-Organisationen zunehmend, dass ihre Arbeit auch wirtschaftlichen Aspekten unterliegt. Sie verbessern Effektivität und Effizienz insbesondere im Bereich der Mittelbeschaffung und - unter Bezug auf die Krise im Ehrenamt - bei der Betreuung, Weiterqualifizierung und Anerkennung ihres Personals.

Korina Dörr, Deutscher Sparkassen- und Giroverband - Geld und Haushalt Bonn, berichtete in ihrem Referat "Starke Leistungen für alle - Verantwortung Auftrag und Engagement des Beratungsdienstes Geld und Haushalt". Über die Arbeit des Beratungsdienstes. 45 Jahre nach der Gründung ist die Zielrichtung von Geld und Haushalt - die Förderung der wirtschaftlichen Kompetenz von Privathaushalten - aktueller denn je. Geld und Haushalt unterstützt mit seinem Angebot Verbraucher dabei, die eigenen finanziellen Handlungsspielräume zu erkennen und zu nutzen. Das Leistungsangebot besteht aus drei Säulen: dem Ratgeberservice, dem Vortragsservice und der individuellen Budgetberatung. Für die nähere Zukunft ist eine individuelle Budgetberatung geplant. Sie soll auf Basis der Daten der Haushaltsmitglieder einen Überblick über deren Einnahmen- und Ausgabenstruktur geben und Handlungsspielräume aufzeigen. Alle Angebote stehen den Rat suchenden kostenlos zur Verfügung.

AOK-Bundesverband - Politik für 26 Millionen Versicherte
war das Thema des anschließenden Vortrags von Kirsten Jänisch-Dolle, AOK-Bundesverband Bonn, wobei sie die Blickrichtung zunächst auf die Struktur und die Aufgabenbereiche des Bundesverbands lenkte. Anschließend ging sie detailliert auf die Arbeit zu Gunsten der Mitglieder der Krankenkasse ein.

Angelika Sennlaubs (JLU Gießen, Institut für Wirtschaftslehre des Haushalts und Verbrauchsforschung) Referat mit dem Thema "Wohnen mit Commons - Zumutung oder Zukunftschance? Eine qualitative Untersuchung von Wohnformen im Gemeinschaftsbesitz" schloss die Reihe der Vorträge am Freitag ab und war gleichzeitig der einzige Beitrag zu einer wissenschaftlichen Qualifizierungsarbeit auf dem 11. Kolloquium. Ausgangspunkt des Beitrags ist die Frage gewesen, wie der Lebensalltag von Menschen bewusst so gestaltet werden kann, dass die jetzige Lebensqualität für zukünftige Generationen gesichert wird und gleichzeitig notwendige Veränderungen für heute lebende Menschen keine Nachteile mit sich bringen. "Wohnen mit Commons" beschreibt eine Wohnform, in der mehrere Haushalte gemeinschaftlich über eine oder mehrere Einrichtungen (Technik, Innen- und Außenflächen, Dienstleistungen) verfügen und sie gemeinsam nutzen. Frau Sennlaub hat gezeigt, dass für diese Wohnform mögliche Vorteile im sozialen wie auch im ökologischen und ökonomischen Bereich unbestritten sind. Allerdings wird die Wirklichkeit nicht allein von logischen Einsichten gelenkt, und Veränderungen können nicht top-down ohne Zustimmung der betroffenen Bevölkerung angeordnet werden. Sie vertrat daher die These, dass Commons im Wohnen Realisierungschancen haben, wenn bestimmte Voraussetzungen berücksichtigt und damit mögliche Zumutungen reduziert werden.

Am Samstag gab es drei weitere Referate von Praktikern. Den Anfang machte Ekkehart Lehmann, K&P Consulting Düsseldorf, mit seinem Referat "Unternehmensberatung in der Gemeinschaftsverpflegung" und einen Einblick in eine hoch spezialisierte Unternehmensberatung, deren Aufgabe darin besteht, Unternehmen oder Einrichtungen, in denen Menschen mit Essen und Trinken zu versorgen sind, beraten werden. Dazu gehören beispielsweise Krankenhäuser, Betriebsgastronomie, Stadien und Arenen, Freizeitunternehmen mit Gastronomieangebot und Cateringunternehmen. Die Beratung erfolgt dabei sowohl konzeptionell als auch organisatorisch und betriebswirtschaftlich. Herrn Lehmann gelang es mit besonders anschaulichen Fallbeispielen sehr gut, das Auditorium über die Arbeit in der Unternehmensberatung zu informieren.

Anschließend referierte Margarete Blankartz, GEW Rheinenergie AG Köln, zum Thema "Energieberatung als angewandte Haushaltstechnik". Die GEW Rheinenergie AG bietet als serviceorientiertes Unternehmen als Zusatzdienstleistung eine Energieberatung an, die vom Kunden kostenlos wahrgenommen werden kann. Dieses Angebot beinhaltet neben weiteren Leistungen vorwiegend eine Hilfestellung beim Energiesparen. Es erscheint auf den ersten Blick paradox, dass ein Vertreiber von Energie Maßnahmen und Kosten trägt, um seinen Kunden beim Sparen seiner Produkte zu unterstützen. Ein Ziel des Vortrags war es, diesem augenscheinlichen Widerspruch auf den Grund zu gehen. Frau Blankartz gelang es diesen Wiederspruch aufzulösen, da Energieeinsparung sowohl den Verbrauchern als auch dem Energieversorger zu gute kommen.

Abschließend stellte Heike Franziska Klein, Bundesverband Molkereiprodukte e. V. / Untersuchungs- & Service GmbH Bonn, in ihrem Referat "Service für Mitglieder: von der Interessenvertretung bis zu mikrobiologischen Untersuchungen" die Arbeit dieser Organisation vor. Ziel des Bundesverbands Molkereiprodukte ist die Förderung der gemeinsamen allgemeinwirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder und der angegliederten Landesverbände. Die Mitglieder des Verbandes stammen aus Produktion und Vertrieb von Molkereiprodukten bzw. sind als Verbände wiederum in diesen Bereichen tätig. Im Einzelnen unterstützt der Verband seine Mitglieder durch Vertretung der Interessen bei nationalen, europäischen und internationalen Gremien, PR und Werbung, Information der Mitglieder über aktuelle Entwicklungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung, Beratung bei Fragen zur Produktdeklaration, zu Hygiene, Qualität, Transport und Logistik, Service bei der Qualitätssicherung von Produkten und das Krisenmanagement bei Produktbeanstandungen durch Lebensmittelbehörden. An alle Vorträge schloss sich eine angeregte Diskussion an. Es wurde dabei jeweils noch einmal eingehend auf den Beitrag der Organisationen zu Wohlfahrtsstiftung und Wirtschaftlichkeit Bezug genommen. Neben der Klärung und weiteren Aufarbeitung inhaltlicher Aspekte konnte immer wieder darauf verwiesen werden, dass ein Ökotrophologie-Studium eine gute Vorbereitung auf entsprechende Beschäftigungen ist.

Dr. Konstantin von Normann

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