Die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft haben anlässlich ihrer 55. Mitgliederversammlung am 7. Oktober in Gießen einen neuen Vorstand gewählt. Zur neuen Vorsitzenden wurde Frau Prof. Dr. Alrun Niehage gewählt. Die Osnabrücker Fachhochschulprofessorin baute vor 20 Jahren dort den Studiengang Ökotrophologie auf und war viele Jahre Vizepräsidentin ihrer Hochschule, bevor sie vor zwei Jahren zum rechnungsführenden Vorstandsmitglied der dgh gewählt wurde. Die drei stellvertretenden Vorsitzenden der dgh wurden in ihrem Amt bestätigt: Frau Martina Feulner, Referentin beim Deutschen Caritasverband in Freiburg, Frau Prof. Dr. Mirjam Jaquemoth, Fachhochschule Weihenstephan, Abt. Triesdorf, Fachgebiet Haushaltsökonomie und Herr Klaus Werner, Referent im Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) in Berlin.
Die dgh ist ein Zusammenschluss von mehreren Hundert Einzelmitgliedern aus Haushalts-, Familien- und Konsumwissenschaft und hauswirtschaftlicher Praxis. Des Weiteren gehören der Gesellschaft zahlreiche Mitgliedsverbände, Fachorganisationen und Verlage an, deren Mitglieder bzw. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teils hauptamtlich, teils ehrenamtlich in unterschiedlichen hauswirtschaftlichen Aufgabenfeldern, in Dienstleistungsbetrieben oder in der Branche Haushaltstechnik tätig sind.
Die dgh versteht sich als gesellschaftspolitische Akteurin. Das hat sie erst kürzlich im Vorfeld der Bundestagswahl deutlich gemacht. Sie hat den Parteien Wahlprüfsteine vorgelegt mit dem Ziel, einerseits das Arbeitsfeld der Gesellschaft – insbesondere in seiner Breite – aufzuzeigen. Andererseits hat sie ihre Dialogbereitschaft signalisiert und damit Unterstützung bei gesellschaftspolitischen Maßnahmen zur besseren Alltagsorganisation der Menschen und Familien in Haushalten unterschiedlichen Typs - vom Single-Haushalt bis zum hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieb / Großhaushalt - angeboten. Basis dieses Angebotes ist die haushaltswissenschaftliche und hauswirtschaftliche Expertise von Mitgliedern bzw. Mitgliedsverbänden der Gesellschaft. Damit stellt die dgh zugleich und erneut ihr bereits Jahrzehnte währendes Engagement für eine interdisziplinäre Sichtweise auf den Gesamtbereich sowohl der privaten Haushalte und Hauswirtschaften als auch der hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetriebe heraus.
Der neue Vorstand wird die sich andeutende Gesprächsbereitschaft von Seiten der Politik aufnehmen. Gemeinsam gilt es, die Wahlfreiheit von Menschen für ihre Lebensgestaltung zu erhalten und zu verbessern - z.B. durch Konzepte für eine auf die unterschiedlichen Haushaltstypen zugeschnittene Verknüpfung von unbezahlten Leistungen in Haushalten und Familien mit haushalts- und familienunterstützenden Leistungen, die zudem durch Bildungs- und Beratungsangebote flankiert werden müssen.
