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DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR HAUSWIRTSCHAFT e.V.

 
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Bildung für Waisenkinder in Tansania

Bildung für Waisenkinder in Tansania(Oktober 2017) Seit zwanzig Jahren pflegt die Deutsche Sektion des Internationalen Verbandes für Hauswirtschaft eine Partnerschaft mit der Tansanischen Gesellschaft für Hauswirtschaft (Tahea) in der Region Mwanza am Viktoriasee. Aus diesem Anlass reisten acht hauswirtschaftliche Fachkräfte auf Einladung der Tahea nach Mwanza, um deren Projekte in den Dörfern kennenzulernen. Seit 1997 unterstützt der Beirat für internationale Fragen den Waisenfond (Orphan Fund) der Tahea. Somit konnten dank der Spenden von Kollegen und Kolleginnen aus der Hauswirtschaft aus Deutschland im Wert 18000 Euro in den 20 Jahren etwa 265 Jugendliche, überwiegend Aidswaisen, eine weiterführende Schule besuchen.

Asia Kapande, Vorsitzende der Tahea in der Region Mwanza, erläuterte den deutschen Gästen, dass der Bedarf an Unterstützung noch viel größer sei. Tahea könne deshalb nur für die Ärmsten der Armen das jährliche Schulgeld von etwa 20 000 Tansanischen Schillingen (acht Euro) bzw. 70 000 (28 Euro) bei Unterbringung im Internat bezahlen. Hinzu kommen noch Prüfungsgebühren und Ausgaben für Schulkleidung, so dass pro Schüler in zwei Jahren etwa Ausgaben von 70 Euro entstehen. Manchmal seien diese Kinder so arm, dass sie sich nicht einmal ein Stück Seife kaufen könnten, um ihre Wäsche zu waschen. Oft gäbe es auch keine Verwandtschaft, die sich um die Kinder kümmern könne. "Nur wenn die Schule bzw. Lehrer versichern, dass die Kinder aufgrund ihrer schulischen Leistungen und ihrer schwierigen Lebenssituation förderungswürdig sind, können sie durch den Orphan Fund unterstützt werden", erklärt Asia Kapande. Dorothea Simpfendörfer, Koordinatorin des Tansania-Projektes, und Beatrix Flatt, Vorsitzende der Deutschen Sektion des IVHW, sowie die mitreisenden Fachfrauen trafen während ihrer Reise 20 Schüler und Schülerinnen, die derzeit mit Unterstützung des Orphan Funds die Oberstufe (Klasse 12 und 13) besuchen können. Die Schüler und Schülerinnen zeigten den deutschen Gästen ihre Schule einschließlich Internat. Der Alltag der Schüler und Schülerinnen ist straff organisiert. Außer Sportangeboten gibt es kaum Freizeit. Auch am Wochenende dürfen die Schüler das Schulgelände nicht verlassen. Die Unterbringung ist bescheiden. Während die Mädchen in Viererzimmern untergebracht sind, schlafen die Jungs in einem Schlafsaal mit 60 Personen. Privatsphäre gibt es keine. Die persönlichen Dinge passen in eine Metallkiste, die unter dem Bett steht. Alle tragen Schulkleidung mit weißen Hemden und Blusen, die die Schüler auch selbst per Hand in den Sanitärräumen waschen. Die Verpflegung besteht aus drei Mahlzeiten pro Tag: morgens Porridge aus Mais und Hirse zum Trinken, mittags und abends meistens Bohnensuppe mit Ugali (Maisbrei), ab und zu Reis und einmal in der Woche Fleisch. Aber alle Jugendlichen sind dankbar und fühlen sich privilegiert, dass sie die Schule besuchen dürfen. Sie haben alle große Träume, wollen studieren und der Armut entkommen.

Besonders eindrucksvoll war es für die Reisenden, ehemalige Schüler zu treffen, die von Tahea unterstützt wurden. Juliet und Marie haben beide studiert und arbeiten im Moment als Freiwillige bzw. Praktikantin bei Tahea. Marie beginnt demnächst ihr Masterstudium und Juliet wartet auf eine Festanstellung im Bereich frühkindliche Bildung. Alfred, der schon vor etwa zehn Jahren durch Tahea unterstützt wurde, leitet heute ein Projekt zur Mikrofinanzierung, über das Dörfer bzw. Menschen in Dörfern Kleinkredite bekommen können, um ihre Lebenssituationen zu verbessern. Mit bewegenden Worten bedankte er sich bei den "German Sisters", wie die Kolleginnen und Spenderinnen aus Deutschland genannt werden. "Ich weiß, wo ich herkomme und ohne diese Unterstützung hätte ich es nie geschafft, soweit zu kommen. Ich bin so dankbar, dass ich mich auch in Zukunft um arme Menschen kümmern möchte, damit auch sie Chancen erhalten."

Die Reisenden konnten sich überzeugen, dass das in Deutschland gespendete Geld sinnvoll und nachhaltig angelegt ist. "Beeindruckt haben mich diese aufgeweckten und wissbegierigen jungen Menschen mit ihren klaren Zukunftsvorstellungen", so die Koordinatorin Dorothea Simpfendörfer am Ende der Reise. Durch die exakte Abrechnung der Spendengelder und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Asia Kapande und dem Tahea-Team können wir sicher sein, dass die Spenden zu hundert Prozent den Jugendlichen zu Gute kommen.

Wer für den Orphan Fund spenden möchte, kann auf das Konto des Internationalen Verbandes für Hauswirtschaft spenden. Die Bankverbindung finden Sie hier:
Externer Link zu:http://www.dghev.de/index.php?arg=ZmFfc3Vi&id=55 Zur Bankverbindung

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