Mein Weg zur DGH (die Kleinschreibung ist neu!), mein Engagement
Es waren außergewöhnliche und unvergessliche Frauen, die mich an die dgh heranführten, mich mit ihr vertraut machten und mich zur Mitarbeit anregten.
Nachdem ich 1971 an der Justus-Liebig-Universität (JLU) in Gießen den Akademischen Grad eines Diplom-Haus- und Ernährungswirtschaftlers (Dipl. oec. troph.) erworben hatte, wurde ich bei Frau Prof.in Dr. Helga Schmucker, die bereits emeritiert, aber an der JLU noch viele weitere Jahre voll im Einsatz war, Assistentin. Frau Schmucker, eine habilitierte Ökonomin, war damals Vorsitzende des FA Strukturwandel des Haushalts der dgh und verantwortete die Ausrichtung der jährlich stattfindenden "Königsteiner Tagungen". Ich begleitete Frau Schmucker zu den Tagungen und führte regelmäßig das Protokoll der am Abend vor der Tagung stattfindenden "Zwanglosen Aussprache" mit hochinteressanten und für die "Hauswirtschaft" und „Haushaltswissenschaft" wichtigen Themen, die mich in meiner wissenschaftlichen Laufbahn auch fernerhin beschäftigten.
1974 schloss ich in Gießen meine Promotion zum Dr. agr. ab und 1976 – nach Ablauf meines Vertrages an der JLU in Gießen – wurde ich Akademische Rätin im Lehramtsstudiengang der Sekundarstufe I für Hauswirtschaft in Nordrhein-Westfalen, zunächst an der PH in Bielefeld und nach Integration der Lehramtsstudiengänge in die Universitäten an der Universität in Paderborn (durch Umsetzung).
Ich war längst Mitglied in der dgh geworden und blieb dem FA Strukturwandel treu, war gar in der Amtszeit der nächsten Vorsitzenden, Frau Prof.in Dr. Rosemarie v. Schweitzer, stellvertretende Vorsitzende. Allerdings hatte sich bereits Mitte der 1970er Jahre mein Einsatz in der und für die dgh auf "Internationales" verlegt.
So bot mir die damalige Vorsitzende der dgh, Frau Ministerialrätin Waltraut Klinkow, an, als Begleitperson mit nach Irland zur Regionaltagung des IVHW, auf der sie das Stimmrecht der dgh wahrnahm, mit zu kommen. Auch wenn ich noch nicht an den Ratssitzungen teilnehmen konnte, bekam ich doch einen Einblick in die Internationale Arbeit und lernte vor allem interessante, fachlich versierte und engagierte Menschen aus der ganzen Welt kennen. Fortan nahm ich – als Vertreterin der dgh und/oder Mitglied der Deutschen Delegation – in den 1980er Jahren an den Kongressen sowie Ratstagungen, an den Vorstandssitzungen Anfang Januar in Paris und an einigen Regionaltagungen teil. Ich leitete, nachdem ich 1984 Mitglied des Executive Committee wurde, über vier Jahre das "Committee on the Family", konnte Vorträge in den USA und Großbritannien halten, ein Podium in Nairobi zum Abschluss der Dekade der Frau mitgestalten und war so bis Anfang der 1990er Jahre international aktiv.
1979 war ich folglich auch Gründungsmitglied des ersten Beirates der dgh, des Beirates für Internationale Fragen, den Frau Prof.in Dr. Maria Thiele-Wittig, eine sehr engagierte Kollegin in der dgh und dem IVHW, über viele Jahre leitete. Ich war zeitweise ihre Vertreterin (1981-1985; 1989-1991) und Anfang der 1990er Jahre selbst Vorsitzende des Beirates für Internationale Fragen.
In den 1980er Jahren waren u.a., "Umwelt" und "Umwelterziehung". Schwerpunkte meiner wissenschaftlichen Arbeit, so dass ich im FA Haushaltstechnik, in dem neu gegründeten Arbeitskreis zu Umweltfragen, mitwirkte. 1989 auf der dgh-Tagung an der TU München zum Thema "Haushalt und Umwelt in unserer Verantwortung" erarbeitete ich eine Stellungnahme der dgh für die Hauswirtschaft und hielt einen Vortrag mit Blick auf meine Habilitationsschrift zu "Haushaltswissenschaft und Ökologie". 1993 schloss ich an der Landwirtschaftlichen Fakultät der TU München meine Habilitation mit der Lehrbefähigung im Fach "Sozialökonomik des Haushalts" ab und erhielt kurz danach den Ruf an die TU Dresden auf die Professur für "Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaft/Berufliche Didaktik". Damit musste ich für mehrere Jahre die ehrenamtliche Arbeit in den Verbänden, in denen ich aktiv war, zurückstellen, war aber dennoch mit Vorträgen auf der einen oder anderen Tagung präsent.
Ende der 1990er Jahre als Frau Brinkmann den Vorsitz des FA Haushalt und Bildung übernahm und die Berufsbildung stärker in den Vordergrund rückte, fragte sie bei mir an, ob ich mich nun nicht in den Fachausschuss einbringen könne/wolle. So war ich wieder in die Arbeit der dgh eingebunden und bereitete u.a. die Tagung der dgh 2006 in Dresden mit vor und hatte 2011 – im Jahr meines 40jährigen Dienstjubiläums – die Ehre, eine kleine Festrede anlässlich des 60jährigen Bestehens der dgh auf der Jahrestagung zu halten.
Jüngst schrieb ich eine Retrospektive zur dgh und weitere Projekte – auch in Mitgliedsverbänden der dgh – finden bald ihren Abschluss, um Wissenschaft, Praxis und Verbände zur "Hauswirtschaft" zu würdigen!
Prof.in i. R. Dr. agr. Dr. oec. troph. habil. Barbara Fegebank
Aktiv in vielen Fachausschüssen und Beiräten sowie der Gremien der IFHE

