Es ist wieder so weit: Für den November erfolgt die Einladung zu neuen Frankfurter Gesprächen. Das Berufsfeld steht vor der Aufgabe über das Profil seines Erstberufes nachzudenken, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Die hauswirtschaftlichen Verbände laden zu strategischen Gesprächen ein.
10 Jahre nach dem letzten Neuordnungsprozess steht die Frage im Mittelpunkt, wie es mit dem Hauswirtschafter/der Hauswirtschafterin weitergehen soll. Kritische Stimmen von Seiten des Bundesarbeitsministeriums, der zuständigen Behörde auf Bundesebene für die hauswirtschaftliche Berufsbildung im Rahmen des Berufsbildungsgesetzes, fragen nach, ob es denn die Hauswirtschafter/in im aktuellen Zuschnitt überhaupt braucht. Zumal die niedrigen Ausbildungszahlen sowie die geringen Beschäftigungszahlen von Hauswirtschafter/innen in qualifizierten Stellen die Frage aufwerfen, ob dieser Beruf überhaupt arbeitsmarktnotwendig ist. Eine Studie, die die Erfordernisse im neuen Dienstleistungssegment der Unterstützung von Seniorinnen und Senioren in der Alltagsgestaltung untersucht hat, um diese dann mit der Ausbildung zur Hauswirtschafter/in zu vergleichen, wurde vom Ministerium bereits in Auftrag gegeben. Ergebnisse wurden bislang nicht veröffentlicht.
Im Vorfeld und begleitend zum Neuordnungsprozess der Ausbildungsreglungen zur Hauswirtschafter/in hatten die hauswirtschaftlichen Verbände von 1996 – 1999 immer wieder nach Frankfurt eingeladen, um gemeinsam zentrale Themen in der Erneuerung und Aktualisierung der Ausbildung zu diskutieren. Mit den Frankfurter Gesprächen entstand eine Plattform, die Ausbilderinnen, Lehrerinnen, Prüfungsausschussmitglieder und Vertreterinnen aus der Ausbildungsberatung zusammen gebracht hat. Sie wurden zum festen Bestandteil der sich durch die Neuordnung abzeichnenden Veränderungen. Zentrale Themen waren damals die Annäherung der ländlichen und der so genannten städtischen Hauswirtschaft in Verbindung mit einem neuen Dienstleistungsverständnis das ergänzend zu den Versorgungsleistungen auch die Betreuungsleistungen formulierte.
Die Anfrage an die Ausbildung zu Hauswirtschafter/in ist berechtigt. Und so haben sich die Verbände der Bundesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft (der BAG-HW in der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft) entschlossen, die Sache wieder in die Hand zu nehmen. „10 Jahre die neue Hauswirtschafter/in – und jetzt?“ lautet das Thema für den 21.11.2009. Im Mittelpunkt der Tagesveranstaltung wird die Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation und den Entwicklungen bei der Hauswirtschafter/in stehen. Dargestellt werden die Entwicklungen in den Bundesländern, die sich aktiv auf den Weg gemacht haben, um im Rahmen ihrer landesrechtlichen Möglichkeiten neue Wege zu gehen. Prof. Dr. Irmhild Kettschau, Fachhochschule Münster wird zu wissenschaftlich begründeten Fragestellungen zum Entwicklungsbedarf Stellung nehmen. Martina Feulner, Deutscher Caritasverband stellt die Felder dar, aus denen aktuell Anfragen an die Hauswirtschaft gestellt werden, die wiederum sehr deutlich machen, dass der jetzt bestehende Ausbildungsansatz nicht wirklich gefragt ist.
Das Programm steht auf den Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft als Download zu Verfügung (www.dghev.de), kann aber auch über den Deutschen Caritasverband (hauswirtschaft@caritas.de) oder über den Vorstand der BAG-HW per Email angefordert werde (maja10@t-online.de).
Für Nachfragen steht der Vorstand der BAG-HW zur Verfügung: Christina Hohmann-Schaub, Email: ch.hohmann.schaub@gmx.de Marion Hoffmann, Email: maja10@t-online.de
