Qualitätsschub in der Altenpflege nicht ohne die Hauswirtschaft

"Gemeinsam Handeln - Qualität durch Dialog" - unter diesem Motto wurden in Potsdam die Ergebnisse eines wegweisenden Modellprojektes in der Altenpflege vorgestellt, in dem zum ersten Mal die Hauswirtschaft als wichtiger und zentraler Dienstleistungsbereich gleichberechtigt neben Betreuung und Pflege eingebunden war. Experten aus Wissenschaft und Praxis diskutierten dazu die Möglichkeiten der einheitlichen Entwicklung verlässlicher Qualitätsziele. Die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh e. V.) war mit Martina Feulner, Prof. Dr. Elisabeth Leicht-Eckardt und Prof. Dr. Margarete Sobotka aktiv an der Erarbeitung der interdisziplinären Qualitätsniveaus beteiligt.

Im Mittelpunkt der ersten „Interdisziplinären Konferenz zur Qualitätsentwicklung in der Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft“, ausgerichtet von der Bundeskonferenz zur Qualitätssicherung im Gesundheits- und Pflegewesen - BUKO-QS e.V., standen drei Leitlinien, die konsequent interdisziplinär entwickelt wurden. Mit diesem Ansatz wurde eine neue Dimension in der Erarbeitung von Leitlinien erschlossen, die mit ihrer Ausgestaltung den Realitäten in der Altenpflege entsprechen. Im Hinblick auf die Hauswirtschaft wurde in allen drei Leitlinien deutlich, dass hauswirtschaftliche Dienstleistungen eine sehr viel größere und weitergehende Bedeutung haben, als ihnen bislang zugedacht wurde.

Die Leitlinien - angelegt als interdisziplinäre Qualitätsniveaus - sind Kern eines Modellvorhabens der BUKO-QS zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung und bilden eine wichtige Basis für die von Experten wiederholt geforderten qualitativen Ziele für die Arbeit für Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen. Die Qualitätsniveaus leisten nun einen wichtigen Beitrag für eine qualitativ hochwertige und nachprüfbare Pflege und Betreuung älterer Menschen durch verschiedene Professionen und berücksichtigen zudem das Engagement von Ehrenamtlichen und Angehörigen.

Die Qualitätsniveaus dienen konkret der Bündelung von Fachwissen für praxisrelevante Themen wie Mobilität und Sicherheit bei Menschen mit Demenz, bedürfnis- und bedarfsgerechter Ernährung sowie zu Aspekten der Teilhabe von Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf.