Das Präventionsnetzwerk Finanzkompetenz e. V. traf sich Mitte Juli mit Mitgliedsverbänden zum Online-Austausch, um Erfahrungen krisenbedingter Auswirkungen auf die Präventionsarbeit auszutauschen und zu diskutieren. Für die dgh nahmen Dr. Heide Preuße und Manuela Witt vom Fachausschuss Beratung an diesem Zoom-Meeting teil.
Präventionsangebote, vor allem an Schulen und Berufsschulen wurden in großem Umfang zurückgefahren und bleiben weiterhin sehr stark eingeschränkt. Die zugesagten staatlichen Mittel für Präventionsarbeit variieren von Bundesland zu Bundesland, es wurde zudem über zeitliche Verzögerungen bei den Bewilligungszusagen berichtet. Ob die Präventionsarbeit durch eine Umstellung auf Online-Angebote, wie in manchen Schuldner-beratungsstellen und Volkshochschulen geschehen, abgefangen werden kann, hängt insbesondere mit den angesprochenen Zielgruppen zusammen. Etwa bieten neue Online-Formate die Chance, von alleinerziehenden Frauen oder arbeitssuchenden Personen als niedrigschwellige Angebote eher in Anspruch genommen zu werden. Zugleich kann die Ansprache ausgeweitet werden, da regionale Beschränkungen wegfallen. Die Wiederaufnahme einzelner Präsenzveranstaltungen werde von unterschiedlichen Zielgruppen in ver-schiedener Weise in Anspruch genommen. Dabei ist es verständlich, dass etwa Seniorenverbände mit Präsenzangeboten vorerst und weiterhin zurückhaltend umgehen, während ab Herbst mit der flächen-deckenden Öffnung der Schulen wieder reguläre Präventionsarbeit an Schulen stattfinden kann. Auch sind vielen Veranstaltern die Anforderungen an den Hygieneschutz und die erforderlichen Maßnahmen zu hoch, um die Arbeit in gewohntem Umfang fortzusetzen.
Wie nachhaltig sich Prävention und neue Online-Formate erweisen, ist eine auch in Vorkrisenzeiten diskutierte Frage und wird sich, wenn überhaupt erst mit zeitlicher Verzögerung messen lassen. Neue Formate sind in der Regel von kürzerer Zeitdauer, bieten aber durchaus die Möglichkeit, auch reflexive Elemente einzubauen. Gleichwohl bleibt der direkte Kontakt zu Kindern und Jugendlichen ein wichtiges Element der Präventions-arbeit.
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