Was hat Hauswirtschaft mit Betreuung zu tun? Wie kann Hauswirtschaft einen Beitrag zur Befähigung von Menschen mit Hilfebedarf leisten? Wie und was kann sie zur Weiterentwicklung von sozialen Organisationen beitragen?
Antworten auf diese Fragen gibt die vorliegende Veröffentlichung der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh). Der Fachausschuss Hauswirtschaftliche Dienstleistungsbetriebe hat die konzeptionellen Grundlagen der hauswirtschaftlichen Betreuung systematisch entwickelt und anhand verschiedener soziale Felder differenziert. Für das hauswirtschaftliche Handeln in Hausgemeinschaften, Wohngruppen und klassische Einrichtungen mit alltags- und lebensweltorientierten Konzepten liegt nun das Handlungskonzept vor.
In der Neuordnung des Ausbildungsberufes Hauswirtschafterin von 30. Juni 1999 wurde hauswirtschaftliche Versorgung und hauswirtschaftliche Betreuung als Arbeitsfeld für die Hauswirtschafter/in eingeführt. Während Versorgung sich in den Leistungsbereichen Ernährung, Hausreinigung, Wäschepflege und Gestaltung des Wohnumfeldes konkretisiert, bleibt hauswirtschaftliche Betreuung in der Fachliteratur ungenau und orientiert sich sehr an pädagogischen und psychologischen Ansätzen. Es fehlte bis lang die Einordnung der hauswirtschaftlichen Betreuung zwischen Versorgung und Therapie und die Aufbereitung für Ausbildung, Fort- und Weiterbildung.
Die konzeptionellen Veränderungen in sozialen Einrichtungen hinzu am Alltag orientierten Hausgemeinschaften, bei gleichzeitiger verstärkten Förderung von Selbstbestimmung und Teilhabe der Nutzer haben die Hauswirtschaftlichen Arbeitszusammenhänge in vielen sozialen Einrichtungen verändert. Diese Entwicklungen sind für die Hauswirtschaft möglicherweise einrichtungsintern schriftlich fixiert, veröffentlicht sind sie in den wenigsten Fällen.
Die vorliegende Veröffentlichung will diese Lücke schließen: einerseits die Grundlagen der hauswirtschaftlichen Betreuung formulieren, um sie für Aus- , Fort- und Weiterbildung nutzbar zu machen, andererseits aber auch den Akteuren in den Einrichtungen Argumente zur Beschreibung dessen geben, was sie tun, und wie sie sich von den pädagogischen und therapeutischen Ansätzen unterscheiden. Es wird deutlich, welche Potentiale in der Hauswirtschaft stecken und wie diese die Einrichtungen auf die Zukunft hin ausrichten.
Der Text richtet sich an all diejenigen, die sich mit dem Berufsbild Hauswirtschaft beschäftigen und an Leitungsverantwortliche sozialer Einrichtungen und Schnittstellenpartner/innen z. B. aus Pädagogik und Pflege.
Die Veröffentlichung kann in der Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft zum Preis von € 15,- zzgl. Versandkosten bestellt werden. Sie steht auch als kostenfreier Download zum Selbstausdrucken unter www.dghev.de zu Verfügung
