Familie, Mensch und Gesellschaft stark durch Hauswirtschaft – Gegen Armut und soziale Ausgrenzung

Seit dem 21. März 1982 begeht der Internationale Verband für Hauswirtschaft, IVHW, jedes Jahr den Welthauswirtschaftstag. Im Jahr 2013 liegt der Fokus auf "Familie, Mensch und Gesellschaft stark durch Hauswirtschaft - Gegen Armut und soziale Ausgrenzung".

Dieses Thema steht in engem Bezug zur IVHW-Kampagne, die für das 20. Jubiläum des Internationalen Jahr der Familie im Jahr 2014 beschlossen wurde. Einzelpersonen, Familien und Haushalte sind die Basis von Zivilgesellschaften und Wirtschaftssystemen. Die Funktionen von Familien und Haushalten sind facettenreich und weit reichend. Sie erfüllen einerseits die Bedürfnisse ihrer Mitglieder und beeinflussen andererseits die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen der Gesellschaft, die ihren Bedürfnissen und Ansprüchen gerecht werden sollen.

Die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh) beteiligt sich in diesem Jahr mit zwei Veranstaltungen an dieser Kampagne. Der Fokus liegt auf der Bekämpfung von Familienarmut und sozialer Ausgrenzung:

Bereits am 1. März 2013 veranstaltete die dgh einen Fachworkshop zum Thema "Older people and poverty – how can reference budgets be used in education and counseling?" in der Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn. Auf der Veranstaltung standen die Konsequenzen für Bildungs- und Beratungsangebote zur Armutsprävention bei älteren Menschen sowie der Einsatz von Referenzbudgets zur Diskussion. Der Workshop ist Teil eines zweijährigen europäischen Bildungsprojektes, das von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO) koordiniert und mit Partnern aus sechs EU-Ländern durchgeführt wird, zu denen die dgh gehört. Die GRUNDTVIG-Lernpartnerschaft wird von der Europäischen Kommission finanziell unterstützt.

Im Zentrum des Projektes steht die Frage, wie die Lebensqualität älterer Menschen mit niedrigem Einkommen verbessert werden kann, um ihnen ein würdevolles Leben im Alter zu ermöglichen. Eine Reihe transnationaler Workshops sowie ein abschließender "Runder Tisch" in Brüssel sollen Erfahrungsaustausch und Kooperation zwischen Seniorenorganisationen sowie Akteuren der Verbraucher-, Finanz- und Schuldnerberatung in Europa stärken.

Die Jahrestagung der dgh am 18. und 19. September in Mainz soll die Bedeutung von Hauswirtschaft in sozialen Einrichtungen zur Vermittlung und Erhaltung von Alltagskompetenzen, betonen. Das Thema "Lass es mich selber machen! - Transformationen des Alltags" weist auf neue Handlungsansätze hin. In der kritischen Auseinandersetzung mit den neuen Aufgaben zeigt sich, dass eine Hauswirtschaft, die sich vorrangig an standardisierten Dienstleistungen orientiert, häufig am Leben von Menschen mit Betreuungsbedarf vorbei geht. Sie versorgt und schafft Abhängigkeiten, statt Selbstbestimmung und Teilhabe zu fördern. Förderung der Selbstorganisation und eigenständiger Lebensgestaltung sind die neuen Zielkategorien. Für die Vermittlung von Daseinskompetenzen gibt es vielfältige Konzepte und Praxisbeispiele, alle mit dem Ziel, Menschen zu stärken, Teilhabe zu ermöglichen und ihren Platz in der Zivilgesellschaft zu finden.