Seit der Gründung des Internationalen Verbandes für Hauswirtschaft (IVHW) im Jahr 1908 verfolgt die hauswirtschaftliche Bildung das Ziel, die Lebensqualität von Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften zu stärken und diese zum lebenslangen Lernen zu befähigen.
Hauswirtschaft umfasst verschiedene Fachbereiche und führt sie interdisziplinär zusammen. Diese Bündelung von Fachwissen ist unverzichtbar, da die Lebensbedingungen und Herausforderungen des täglichen Lebens in der Regel nicht eindimensional sind. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die aktuellen globalen Herausforderungen unterstützt der IVHW die Ziele der UN-Dekade "Bildung für eine nachhaltige Entwicklung" (2005-2014).
Der IVHW ist überzeugt, dass die hauswirtschaftliche Bildung eine entscheidende Rolle in der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung spielt. Vor allem folgende Bereiche werden aufgegriffen:
Gleichbehandlung der Geschlechter
Die Förderung der Gleichbehandlung ist bedeutsam für nachhaltige Entwicklung, indem jedes Mitglied der Gesellschaft andere respektiert und eine Aufgabe übernimmt, die seinen Fähigkeiten entspricht. Gleichbehandlung ist ein weitgestecktes Ziel, zu dem Bildung als ein gesellschaftlich relevanter Bereich beitragen muss.
Gesundheitsförderung
Entwicklung, Umwelt und Gesundheit hängen sehr zusammen, denn Krankheit hemmt die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Hunger, Unterernährung, Krankheiten durch verseuchtes Wasser, Drogen und Alkoholmissbrauch, Infektionen, Aids und andere übertragbare Krankheiten sind nur einige der Probleme, die großen Einfluss auf die Gesundheit haben und durch Bildung für eine nachhaltige Entwicklung reduziert werden können und müssen.
Umwelt
Umweltaspekte schließen einige wesentliche Themen ein, insbesondere die Verfügbarkeit von Wasser, den Klimawandel, den Artenvielfalt und den Katastrophenschutz. Es kann keine langfristige wirtschaftliche und soziale Entwicklung auf einem ausgebeuteten Planeten geben. Das zentrale Ziel der Bildung zur nachhaltigen Entwicklung ist es daher, verantwortliches Verhalten und Respekt vor der Umwelt zu vermitteln.
Ländliche Entwicklung
Trotz der enormen Urbanisierung leben 3 Mrd. Menschen, d.h. 60 % der Bevölkerung in Entwicklungsländern und die Hälfte der Weltbevölkerung im ländlichen Raum. Bildung und Erziehung sind hier notwendig, um eine nachhaltige Entwicklung in zu ermöglichen.
Die gesellschaftliche Funktion von Hauswirtschaft
Hauswirtschaft hat das Potenzial, auf alle gesellschaftlichen Bereiche – global und lokal - Einfluss zu nehmen und Politik zu gestalten. 100 Jahre hauswirtschaftliche Bildung haben gezeigt, dass sie fähig ist, auch die Anforderungen des Jahrzehnts der nachhaltigen Bildung zu erfüllen, damit
- an Stelle des fachbezogenen Lernens ein interdisziplinärer und ganzheitlicher Bildungsansatz umsetzt wird,
- werteorientiert gelernt wird,
- kritisches Denken an Stelle von auswendig Lernen gefördert wird,
- vielfältige Lernmethoden eingesetzt werden
- Entscheidungen partizipativ getroffen werden undlokale Aspekte Nationalen vorgezogen werden.
Bitte beachten Sie auch den folgenden Hinweis auf den Welthauswirtschaftstag 2010:
Zum Welthauswirtschaftstag 2010 findet am 19. März in Berlin eine zentrale Tagung statt, veranstaltet von der Bundesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaftlicher Verbände BAG-HW "Hauswirtschaft bringt INFORM gemeinsam aktiv in Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung".
Kontakt: Beirat für Internationale Fragen der dgh/Deutsche Sektion des IVHW Dorothea Simpfendörfer, Vorsitzende, Glogauerstraße 2 34613 Schwalmstadt
