Die Vereinten Nationen haben für die Jahre 2005 bis 2014 die Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgerufen. Diese Weltdekade befasst sich mit allen drei Bereichen der nachhaltigen Entwicklung: Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Ziel ist es, "Menschen zu helfen, Einstellungen, Fähigkeiten und Kenntnisse zu entwickeln, um jetzt und in der Zukunft, durch qualifizierte Entscheidungen zu Gunsten von sich selbst und anderen nachhaltig zu handeln." (UNESCO – Bildung für nachhaltige Entwicklung)
Die Elemente der nachhaltigen Entwicklung sind als Ganzes zu sehen, denn sie beeinflussen sich gegenseitig. Langfristig ist eine wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklung auf einem Planeten, dessen Rohstoffe ausgebeutet werden, nicht möglich. Deshalb steht umweltpolitische Aufklärung im Mittelpunkt der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Ökologische Nachhaltigkeit ist einer der Schlüssel zu einer insgesamt nachhaltigen Entwicklung und zur Erreichung der acht Ziele der Millenniumskampagne der Vereinten Nationen.
Familien und Haushalte sind grundlegende Akteure der Zivilgesellschaften und Volkswirtschaften. Sie sind vor allem verantwortlich für das Ressourcenmanagement und den nachhaltigen Konsum auf Haushaltsebene.
Hauswirtschaftliche Bildung konzentriert sich nicht nur auf das eigene Heim oder den Haushalt, sondern bezieht das Lebensumfeld mit ein. Aus der Sicht der Hauswirtschaft haben die Leistungsfähigkeit, die Entscheidungen und Prioritäten von Individuen und Familien Auswirkungen auf alle gesellschaftlichen Ebenen, vom Haushalt über die lokale Ebene bis zur globalen Gemeinschaft.
Hauswirtschaft als Unterrichtsfach benötigt angemessenene Rahmenbedingungen für Inhalte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Diese Kombination von Hauswirtschaft und nachhaltiger Entwicklung bietet sowohl im Bereich Schule, als auch in der Erwachsenenbildung und anderen Ausbildungsprogrammen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.
Kultur, Werte und Traditionen bestimmen die Entscheidungen von Familien und Haushalten sowohl in entwickelten, als auch sich entwickelnden Ländern. Überall auf der Welt ist ein neues Bewusstsein hinsichtlich ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen notwendig.
Bildung wird als wichtigste Voraussetzung für Familien und Haushalte gesehen, um ihr Leben zu verbessern. Für die Gesellschaften ist Bildung wichtig, um die Ziele der UN-Millenniumskampagne zu erreichen.
Hauswirtschaftliche Bildung befähigt Familien und Haushalte:
• Armut und Hunger zu überwinden;
• durch einen nachhaltigen Lebensstil eine nachhaltige Lebensgrundlage zu schaffen;
• einen Beitrag, zur nachhaltigen Entwicklung von Gesellschaften zu leisten und
• achtsam als verantwortungsbewusste Bürger zu handeln.
Der Internationale Verband für Hauswirtschaft e. V. (IVHW) ist die einzige weltweite Organisation, die sich mit Fragen der Haushaltsführung und Verbraucherfragen beschäftigt. Er hat sich der Vermittlung hauswirtschaftlicher Bildung verpflichtet, um einen nachhaltigen Lebensstil und ein ausreichendes Auskommen zu realisieren. Der IVHW ist eine internationale Nicht-Regierungsorganisation (INGO) mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen (ECOSOC, FAO, UNESCO, UNICEF) und dem Europarat und akkreditiert beim UN Department of Public Information. Informationen zur deutschen Sektion des IVHW unter www.dghev.de.
